Als ich im Sommer 2017 einen knappen Monat in Seattle bei der Familie Schorn verbrachte, gab es keinen einzigen Tag an welchem wir nicht BRUCE spielten. Manchmal nur um uns die Zeit zu vertreiben, manchmal aber ging es auch darum wer am nächsten Tag unliebsame Aufgaben erledigen musste. Als ich nach dieser Zeit aufbrach um nach Argentinien zu fahren, habe ich das Spiel quasi als Souvenir mitgenommen und unterwegs mit zahlreichen weiteren Reisenden gespielt. Und mit der Zeit hat das Spiel seine eigene Reise um die Welt angetreten und wurde von Reisende an Reisende weitergegeben. Heute erreichen mich regelmässig Bilder von BRUCE-Spielenden aus aller Welt und es wird Zeit, das Spiel hier endlich mal offiziell vorzustellen. Gerade jetzt wo es auf der Nordhalbkugel wieder nass und kalt wird, kann diese Anleitung bestimmt für ein paar lustige Abende sorgen. Viel Spass
Start und Regeln
Ihr benötigt:
– Spielkarten (French Set)
– Block & Schreiber
– mind. 2 Spieler
Basis:
Jeder Spieler erhält zum Anfang 6 Karten von welchen aber nur drei angeschaut werden dürfen. Die restlichen bleiben verdeckt auf dem Tisch liegen. Gespielt werden 5 Runden wobei nach jeder Runde die erreichte Punktzahl addiert resp. subtrahiert wird. Gewonnen hat, wer am Schluss die niedrigste Punktzahl hat. Die Karten können gemäss untenstehenden Regeln kombiniert und ausgetauscht werden.
Werte der Karten:
Die Punktzahl ist die jeweilige, welche auf den Karten steht. Also z.B. die 10 hat auch 10 Punkte, die 5 aber nur 5 Punkte. Ausnahme sind Ace, Jack, Queen, King sowie die 2.
Ace, Jack sowie King sind jeweils einen Punkt wert, die 2 aber hat einen wert von Minus 2. Somit ist in der Logik von BRUCE die 2 die beste Karte. Queen hat einen Wert von 13 Punkten und ist somit die schlechteste Karte. Die Farben haben bei BRUCE keine Bedeutung.
Regeln:
Karten können kombiniert werden, und ändern dadurch ihre Punktzahl. Eine 6 kann z.B. mit einer 6 einer anderen Farbe kombiniert werden, wodurch sich die Punkte aufheben und das gebildete Paar somit einen Wert von Null hat. Das funktioniert auch bei Ace, Jack und King. Es können nur zwei Karten kombiniert werden! Wer beispielsweise drei 4 hat, dem werden am Schluss 4 Punkte addiert.
Bei der Queen können keine Paare gebildet werden, sondern die Punkte summieren sich entsprechend. Zwei Queen ergeben somit 26 Punkte.
Bei der 2 werden die Punkte nicht aufgehoben, sondern ebenfalls summiert. Drei 2 ergeben bspw. eine Punktzahl von Minus 6.
Spielablauf:
Jeder Spieler erhält zum Start 6 Spielkarten, von welchen allerdings nur 3 angeschaut werden dürfen. Stellt sicher, dass die anderen Spieler eure Karten nicht sehen! Danach werden alle sechs Karten verdeckt vor einem auf den Tisch gelegt. Der Stapel der restlichen Karten wird in die Tischmitte und die erste Karte offen daneben gelegt. Der Gewinner oder der Ausgeber der Karten darf starten. Wenn die vom Stapel aufgedeckte Karte benötigt werden kann, dann kann diese entweder mit einer bekannten oder unbekannten Karte ersetzt werden. Wenn eine Karte vom Stapel genommen wird, muss diese aber immer mit einer eigenen Karte ausgetauscht werden, welche anschliessend aufgedeckt zurück auf den Stapel gegeben wird – man darf nie mehr als wie insgesamt 6 Spielkarten vor einem liegen haben! Auch darf eine Karte nicht mehr zurückgegeben werden, sobald diese einmal gedreht wurde.
Nach diesem einen Spielzug ist der nächste Spieler an der Reihe (Gegenuhrzeigersinn). Dieser kann dann entscheiden ob er die aufgedeckte Karte verwenden kann oder aber eine neue Karte vom Stapel aufdecken. Vom Stapel darf jedoch pro Spieler und Runde niemals mehr als wie eine Karte aufgedeckt werden!
Strategien:
Das Ziel ist es, am Schluss möglichst wenige Punkte zu haben. Wenn man nun also in den drei bekannten Karten eine 10 hat, dann sollte man diese entweder möglichst schnell loswerden, oder aber mit einer anderen 10 decken können, damit sich die 10 Punkte aufheben. Wenn man also nun auf dem Stapel der restlichen Karten eine 10 aufdeckt (egal welche Farbe), dann macht es Sinn, diese mit einer unbekannten Karte zu ersetzen. Wenn nun aber z.B. ein Ace beim Stapel aufgedeckt wird, welche ja «nur» 1 Punkt gibt, dann macht es Sinn, diese ebenfalls mit einer unbekannten Karte zu ersetzen. Natürlich ergeben sich aber je nach Anzahl Spieler und Runden auch andere Strategien. Denn mit der Zeit kann man ungefähr ausrechnen, welche Karten noch im Spiel sind und wie gross die Chance ist, eine 2 oder eine andere gute Karte zu bekommen, welche z.B. nötig ist, eine andere, bekannte, schlechte Karte zu decken. Spielt einfach einmal ein paar Runden und ihr werdet schnell eure Strategien finden 🙂
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